Krankheiten im Säuglingsalter

Der Embryo nimmt über die Plazenta Antikörper auf und ist so ungefähr bis zu seinem vierten bis sechsten Lebensmonat geschützt. In dieser Zeit wird das Immunsystem aufgebaut.

Erkrankungen im Säuglingsalter stellen zwar eine große Herausforderung für die Eltern dar, helfen aber dem Kind auch sein Immunsystem zu stärken.
Säuglinge und Kinder sind keine kleinen Erwachsene, sondern eigenständige Individuen, deshalb dürfen bei Erkrankungen nicht Medikamente für Erwachsene halbiert werden. Kinder brauchen speziell erforschte und auf den kleinen Organismus abgestimmte Arzneien. Es ist auf jeden Fall der Kinderarzt zu konsultieren.

Infektionskrankheiten

krankkeiten-bei-kindernDie durch Mikroorganismen verursachten Krankheiten können durch ihren Erreger von einer Person auf eine andere übertragen werden. Als Erreger kommen hauptsächlich Viren und Bakterien in Frage. Eine ansteckende Krankheit tritt nicht sofort mit der Infektion auf, sondern erst nach einer gewissen Zeit, der Inkubationszeit.

Das Masern-Virus

Die Inkubationszeit beträgt drei bis vier Tage. Die Symptome äußern sich mit

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Husten
  • Ausschlag am Kopf, Rumpf und an den Extremitäten

Vor allem bei Säuglingen sind Komplikationen seitens der Atemwege häufig, sie zeigen sich als Maserncroup, Bronchitis oder Pneumonie.

Windpocken

Die Inkubationszeit beträgt zwölf bis sechzehn Tage. Es kommt zu

  • Fieber
  • Allgemein gestörtes Wohlbefinden
  • Typische Hautveränderungen: Flecken und Papeln, Bläschen und Pusteln
  • Juckreiz

Erkältungskrankheiten machen sich bemerkbar durch

  • Verstopfte Nase
  • Saug- und Trinkschwierigkeiten
  • Schlafprobleme
  • Gerötete Augen
  • Leichtes Fieber
  • Reizhusten
viren-und-bakterien

Händewaschen schützt vor Ansteckung

Grundsätzlich sind diese grippalen Infekte nicht besorgniserregend, da sie im Normalfall nach etwa sieben Tagen von alleine abheilen. Bessert sich jedoch der Krankheitszustand des Säugling nicht, oder kommt es zu einem Temperaturanstieg, ist der Arzt aufzusuchen.

Weitaus schwerwiegender verhält es sich bei der Grippe. Diese Infektion mit den Influenzaviren hat eine Inkubationszeit von Stunden bis mehrere Tagen. Es kommt zu

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Krankheitserscheinungen des Atmungstraktes wie zum Beispiel
  • Rachenkatarrh
  • Entzündungen der Luftröhre und der Bronchien

Vor allem bei Säuglingen sind Komplikationen seitens des Kreislaufes gefährlich. Es ist besonders wichtig, dass das Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Das kann Muttermilch, Tee oder Wasser sein. Als weitere Komplikation kann eine Lungenentzündung entstehen.

Escherichia coli

Diese Bakterienstäbchen sind ein wichtiger Bestandteil der normalen Darmflora. Sie sind maßgebend an Zersetzungsvorgängen der Nahrungsmittel und der Verhinderung der Fäulnis beteiligt. Ebenso sind sie für die Bildung mancher Vitamine wichtig. Schon bald nach der Geburt sind sie im Dickdarm vorhanden.

Escherichia coli Bakterien können besonders beim Säugling außerhalb des Darmes

  • Harnweginfektionen
  • Meningitis
  • Otitis oder eine
  • Sepsis

verursachen. Säuglinge mit reduzierten Allgemeinzustand sind besonders gefährdet. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage. Es kommt zu

  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • wässrigen Stühle
  • Gewichtsabnahme

In manchen Fällen auch zu Fieber

Bedenklich ist meist die durch den Wasser- und Mineralstoffverlust auftretende Intoxikation und Kreislaufschwäche.

Chirurgische Erkrankungen des Säuglings

Hernien

Eine Hernie ist die Verlagerung von Eingeweideteilen in abnorme Ausstülpungen des Bauchfells.
Nabelhernien kommen beim Säugling recht oft vor, dabei hat sich der Nabelring nicht vollständig geschlossen. In den meisten Fällen kommt es innerhalb eines Jahres zu einer Spontanrückbildung. In manchen Fällen muss eine Operation für den Verschluss sorgen.

Reflux

Hier liegt eine anatomische Störung vor, so gelangen Teile der Flüssigkeit vom Magen wieder zurück in die Speiseröhre. Die Säuglinge spucken dadurch beim Trinken und ein Teil der Nahrung kann wieder aus dem Mund herauslaufen. Das Kind sollte beim Trinken höher gelagert werden. Im Laufe der Zeit ändert sich diese Fehlbildung aber von ganz alleine.”